November 30, 2008

Sedimentäre Strukturen

In der letzten Sedimentologie-Übung haben wir sedimentäre Strukturen an verschiedenen Gesteinen untersucht. Da ich davon einige Photos gemacht habe, möchte ich euch diese zeigen.

Sedimentäre Strukturen können u.a. Hinweise auf Die Orientierung des Gesteins - wo ist oben und wo ist unten - sowie die Strömungsrichtung oder den Ablagerungsraum geben.


Die Wellen-artigen Strukturen nennt man Rippeln und diese Form der Rippeln nennt man Kletterrippeln. Sie entstehen bei Strömung, wenn es einen Sedimentationsüberschuss gibt.


Hierbei handelt es sich um Karbonate, die durch einen Turbidit abgelagert wurden. Das ist ein Strom aus Sediment und Wasser, der meistens an den Kontinentalhängen hinabgeht.


In der Großaufnahme sieht man lauter kleine Muschelschalen. Während sie im unteren Teil des Bildes noch relativ groß und zusammenhängend sind, werden sie nach oben hin immer kleiner und kaputter. Daraus kann man eine Entwicklung des Ablagerungsraumes ableiten.


Hierbei handelt es sich um ein Konglomerat. Die Rundungen, Größen und Arten der darin enthaltenen Gesteine erzählen die Geschichte des Transports und der Entstehung.


Die helleren Bereiche enstanden durch Verwirbelungen beim Abgang eines Turbidits.


Hier sieht man Abdrücke von Regentropfen, welche erhalten geblieben sind. Der Regen fiel zB auf einen sandigen Untergrund und erzeugte viele kleine Krater. Durch bestimmte Umgebungsbedingungen blieben diese Krater erhalten und können nun als feste Struktur im Gestein beobachtet werden.

November 29, 2008

Meine Veranstaltungen in diesem Semester

Es ist mal wieder Wochenende und ich habe ein wenig Zeit gefunden, meinen Blog fortzuführen. Wie versprochen möchte ich heute die Veranstaltungen, die ich im aktuellen Wintersemester besuche, etwas näher beleuchten, was jedoch keineswegs in eine Art Vorlesung ausarten soll.

Vor Geochemie hatte ich im Vorfeld ein wenig Angst, weil ich seit der 11. Klasse kein Chemie mehr hatte und in Chemie auch nie sonderlich gut war, da ich damals aufgrund schlechter Leistungen schnell mein Interesse verloren hatte. Ich werde mich auch nicht mehr mit der Schul-Chemie anfreunden können aber die Themen, die wir in Geochemie behandeln, sind für mich nicht nur verständlich, sondern auch interessant. Zwar sehe ich als Physiker die Chemie natürlich nur als Teildisziplin der Physik an - das mögen die Chemiker gar nicht ;-) - aber ich kann mittlerweile verstehen, wie man sich für diese Wissenschaft begeistern kann.
Vor allem ein nun gutes Verständnis des Periodensystems der Elemente sowie der Nuklidkarte, die Enstehung des Universums und unseres Sonnensystems sowie der Methoden die Elementverteilung im Universum und auf der Erde zu bestimmen, haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Die Petrologie und Mikroskopie der Magmatite ist etwas, was halt im Studienverlaufsplan steht und ich machen muss. Ich kann es zwar recht gut aber begeistern kann ich mich dafür nicht. Die Begeisterung überlasse ich gern anderen. Nächstes Semester folgt das ganze noch einmal für Metamorphite aber danach ist zum Glück Schluss.

Auf Sedimentologie habe ich mich gefreut, weil das für mich ein sehr greifbares Teilgebiet der geologischen Wissenschaften ist. Ablagerungsräume und -bedingunen kann ich mir gut vorstellen, wobei mir das Ablesen am Gestein noch Probleme bereitet. Dennoch ist es eine Veranstaltung, deren Vorlesung und Übung ich mit großem Interesse verfolge. Aufgrund der wöchentlich abzugebenen benoteten Übungen ist es in diesem Semester nach Mathe für Physiker das zweitaufwendigste Fach.

Stratigraphie ist mir zu sehr Friemelei als um Gefallen daran zu finden. Ich bewundere die Leistungen von Nicolaus Steno und habe auch seine Biographie verschlungen aber Stratigraphie selbst ist für mich aufgrund der unzähligen Einteilungen und Vorschriften nix. Aber der Dozent wäre Eintritt wert.

In Hydrogeologie I beschäftigen wir uns in diesem Semester mit diversen Themen rund ums Grundwasser. Das höre ich mir gerne mal an aber es ist keine Thematik in der ich aufgehen kann. Ich bevorzuge die Wasservorkommen oberhalb der Erdoberfläche - schöne Seen, große Flüsse und endlose Meere.

Im Rahmen des Moduls Geologisches Grundwissen Praxis besuche ich eine Übung zum Thema Geologische Karte und Profil. Das Konstruieren und Zeichnen von geologischen Karten und den zugehörigen geologischen Profilen bereitet mir sehr viel Spaß, weil ich gerne sauber arbeite. Da kann ich richtig schön meinen Ordnungssinn (-fimmel ;-) ) befriedigen. Ich freue mich auch schon auf das zugehörige Geländepraktikum, welches im März 2009 stattfinden wird. Doch dazu mehr, wenn es soweit ist.

Mathematik für Physiker III ist nicht viel anders als I und II. Dieses Semester geht es um Funktionen mehrerer Veränderliche. Für nicht Physiker: Das sind Funktionen, wo nicht nur x, sondern auch y, z oder noch mehr Variablen vorkommen. Klingt schwer aber ist eigentlich ganz leicht. Die Hauptarbeit besteht im wöchentlichen Lösen von vier Übungsaufgaben, welches meistens meine Sonntage füllt, aber zu schaffen ist. In Mathe ist halt Routine eingekehrt. Das sah bei mir zu Studienbeginn auch noch anders aus. Aber man wächst ja mit den Aufgaben...

November 21, 2008

Es geht wieder los

Die Vergangheit ist aufgearbeitet und endlich bin ich mit meinem Blog im Hier und Jetzt angekommen. Meine Erlebnis- und Erfahrungsberichte beziehen sich fortan auf deutlich aktuellere Dinge und Projekte. Auch kann ich nun intensiver über Themen erzählen, die mir im Studium begegnen und mich zum Denken anregen. Ich bin selbst sehr gespannt, wie es weitergeht.

Aufgrund des physikalischen Grundpraktikums gestaltete sich meine freie Zeit im Sommer und Herbst sehr kurz. Zwei Wochen nach Ende des Praktikums begann Mitte Oktober schon die Vorlesungszeit des Wintersemesters 08/09.
Nach und nach tritt der naturwissenschaftliche Teil in den Hintergrund und die geologischen Wissenschaften dominieren mein Studium. So habe ich bis auf Mathematik für Physiker III nur noch Veranstaltungen zu geologischen Themen. In eine Übersicht der Veranstaltungen gliedert, sieht das wie folgt:
  • Grundlagen der Geochemie
  • Petrologisches Grundwissen (Petrologie und Mikroskopie der Magmatite)
  • Sedimentologie
  • Stratigraphie
  • Hydrogeologie I (Hydraulik)
  • Geologisches Grundwissen Praxis (Geologische Karte und Profil)
  • Mathematik für Physiker III.
Wie man an der Liste sieht, werden nun die Grundlagen aus den ersten beiden Semestern vertieft. Dies geschieht in deutlich mehr Veranstaltungen. Obwohl sie im Einzelnen nicht so umfangreich wie vielleicht Erde I sind, so bedeuten mehr Veranstaltungen letztendlich auch mehr Klausuren und somit auch mehr Stress. Dennoch muss ich sagen, dass ich speziell als Geophysiker insgesamt weniger Stress als in den letzten Semestern habe, da die geologischen Wissenschaften an der FU Berlin leider nicht so ein hohes Niveau wie der Physik-Fachbereich haben...oder besser gesagt: Man verlangt von den Studenten nicht so viel, sodass die meisten Aufgaben gut zu erledigen sind.

Die neuen Veranstaltungen mit ihren Lehrthemen sind insgesamt sehr interessant, obwohl ich manche Sachen nicht mehr hören kann, weil sie immer und immer wieder so vorgestellt werden als hätten wir Studenten davon noch nie gehört. Allerdings sind solche Momente eher die Ausnahme, weil ich vieles aus den ersten beiden Semestern wiederholen oder vertiefen kann. So entsteht nach und nach ein zusammenhängendes Bild der Probleme und Fragen, die uns unser Planet stellt.

Im nächsten Teil werde ich die einzelnen Veranstaltungen etwas genauer beleuchten. Jetzt trinke ich aber erstmal einen Tee....

November 14, 2008

Das erste Studienjahr Teil 5

Es gibt noch eine kleine Zugabe...

Meinen Überblick über mein erstes Studienjahr möchte ich mit ein paar Worten zum physikalischen Grundpraktikum, welches ich von August bis Oktober 2008 gemacht habe, abschließen.

Laut dem Studienverlaufsplan steht das für alle Physiker, Meteorologen und Geophysiker verbindliche physikalische Grundpraktikum für uns Geophysiker erst im vierten Semester an, doch dann haben die anderen Studiengänge es schon hinter sich und ich hätte es mit jemanden machen müssen, den ich gar nicht kenne, denn es wird immer zu zweit gearbeitet. Daher habe ich mich entschieden den ausklingenden Sommer mit mächtig viel Physik zu füllen.

Das Physikpraktikum besteht aus 12 Versuchen aus allen Themengebieten, die bisher in den beiden Experimentalphysik-Vorlesungen behandelt wurden sowie einigen neuen Themen.
Als Blogkurs findet jeden zweiten Tag ein ungefähr vierstündiger Versuch statt bei dem man alle Messwerte und Beobachtungen notiert. Für Die Vorbereitung eines jeden Versuchs gehen vielleicht ein bis zwei Stunden drauf. Dafür fällt die Nachbearbeitung mit Auswertung und Diskussion deutlich länger aus.

Vorher hatte ich etwas Angst aufgrund der Ungewissheit, wie hoch die Anforderungen sein mögen und was mich allgemein erwarten würde. Ich hatte sehr viel Glück einen Partner zu bekommen, mit dem ich voll und ganz auf einer Wellenlänge war. Fiel uns die Auswertung beim ersten Versuch noch schwer, so fanden wir sehr schnell zusammen und schrieben am Ende ungefähr drei- bis viermal soviel wie noch beim ersten Versuch in der gleichen Zeit.

An diesem Punkt zeigt sich auch, dass es weniger um die behandelten physikalischen Themen als das Erlernen von wissenschaftlichen Arbeitsweisen in Theorie und Praxis ging. Auch wenn es sehr viel Arbeit war und ich die letzten Versuche auf dem Zahnfleisch durchgeführt habe, so hat es rückblickend sehr viel Spaß gemacht und ich konnte sehr viel lernen. Ich bin auch allgemein froh diese Hürde gemeistert und in den nun kommenden vorlesungsfreien Zeiten zwischen den Semestern mehr Spielraum für anstehende Geländepraktika zu haben.

Tja...das war mein erstes Studienjahr. Nun gehts endgültig weiter mit dem Hier und Jetzt. Versprochen!

November 08, 2008

Das erste Studienjahr Teil 4

Habe ich bereits ausführlich über mein erstes Semester und mein erstes Geländepraktikum als Highlight berichtet, so möchte ich nun auch kurz von meinem zweiten Semester berichten.

Für das Sommersemester 2008 standen an:
  • Erde II
  • Mineralogisches Grundwissen
  • Paläontologie und Erdgeschichte
  • Experimentalphysik II
  • Mathematik für Physiker II.
Aus einigen I wurden II und dieser "Fortschritt" ist symbolisch für die einkehrende Routine. Ich hatte die neue Welt der Universität kennen- und verstehengelernt und konnte mein zweites Semester entspannter angehen. Ich wusste nun ungefähr, wo und wie gut ich stand und konnte dieses Wissen gezielt anwenden, was sich nicht zuletzt auch in besseren Noten ausdrücken sollte.

Befasst sich Erde I mit Prozessen, so sind es in Erde II Systeme, welche im Vordergrund stehen. Einblicke in die Meteorologie sowie den Weg von kleinsten Teilchen durch Zeit und Raum auf unserem Planeten zu erhalten, war sehr interessant. Je mehr man in diese Thematik eintaucht, umso mehr versteht man, dass der der Flügelschlag eines Schmetterlings (indirekt) einen Sturm entfachen kann. Und es hilft auch dabei unsere Rolle als Menschen in diesem System zu verstehen. Einerseits haben wir einen großen Einfluss auf die Zukunft unseres Planeten aber andererseits auch wieder nicht, weil es viel größere und mächtigere Kreisläufe gibt, die wir nicht verändern können. An diesem Punkt kann man schnell philosophisch werden, doch das lasse ich hier lieber.

Ich muss gestehen, dass ich mich noch nie richtig für Fossilien interessiert habe, weswegen ich mit gemischten Gefühlen an das Modul Paläontologie und Erdgeschichte ging. Allerdings war ich an dem Erdgeschichtsteil interessiert, weil dies mir eher liegt. Schnell stellte ich fest, wie komplex wie Welt der Paläontologie ist. Die Experten beschäftigen sich meist nur mit einer einzigen Tierart zu einer ganz bestimmten Zeit. Wir als Studenten sollten in ein paar Monaten nahezu alle wichtigen Gebiete überblicksweise kennenlernen. Das war schon verdammt viel Lernstoff aber trotzdem ist das Wissen wichtig, weil die zeitliche Grundlage in nahezu allen anderen Teildisziplinen benötigt wird.

Damit endete man erstes Studenjahr, in dem ich bereits sehr viel erlebt und gelernt habe. Langsam aber sicher nähere ich mich dem Hier und Jetzt.

November 02, 2008

Der Harz in Bildern Teil 2

Fuchshalle:


Blauer See:


Teufelsmauer:

Der Harz in Bildern Teil 1

Während meines ersten Geländepraktikums im Harz habe ich knapp 200 Photos gemacht. Einige der schönsten möchte ich euch hier zeigen.

Rosstrappe:



Bodetal:



Radautal:

November 01, 2008

Mein erstes Geländepraktikum

Ist der Großteil des Studiums doch eher theoretischer Natur, so sind es die außergewöhnlichen Momente, die in Erinnerung bleiben. Dazu zählen zweifelsohne Geländepraktika im Kontrast zu Vorlesungen, Übungen und Seminaren.
Im Rahmen des Moduls Erde I muss man an einem Geländepraktikum teilnehmen, welches die zuvor in der Vorlesung und den Übungen gelernten Sachverhalte am "lebenden" Objekt verdeutlicht. Dazu zählen neben den drei Gesteinsklassen auch Falten, Schieferung, Verwitterung, Ablagerungsräume, Erdgeschichte und und und...halt die ganzen grundlegenden Themen, die man am Anfang gelehrt bekommt.
Über dieses Geländepraktikum möchte ich in den nächsten Teilen genauer berichten.

Am Ende des ersten Semesters im März 2008 fuhr ich also mit drei Dozenten, einem Tutor und vielen Kommillitonen zum ersten Mal ins Gelände. Unser Weg führte uns in den Harz, welcher nicht nur für viele Touristen ein Ausflugsziel ist, sondern auch für die Berliner Geologen eine sehr gute und nahe Möglichkeit zum Studieren im Gelände bietet.
Während es für die Dozenten eher Routine ist mit den Studenten zu diversen Aufschlüssen zu fahren, war für mich schon alleine die Natur bemerkenswert, da ich zuvor recht wenig in Deutschland rumgekommen war und auch den Harz bisher nur von Bildern kannte. Mein Augenmerk lag zuvor eher auf der malerischen Bergwelt der Rocky Mountains. Umso erstaunter war ich über die, wenn auch kleineren und flacheren, Landschaften direkt vor unserer Haustür, die einem dem Alltagsstress in einer Großstadt wie Berlin entziehen.


Größere Kartenansicht

Ich konnte mir im Vorfeld kein richtiges Bild über die Art und Schwierigkeit der Aufschlüsse machen, ging jedoch von relativ einfachen Anfartswegen und Lokalitäten aus. Umso überraschter war ich dann, welche Hänge uns die Dozenten teils hoch-, runter- und entlanggescheucht haben. Da ich mit meinen knapp zwei Metern eine stattliche Erscheinung bin und nicht gerade wie eine Bergziege durchs Gelände hüpfen kann, musst ich vor einigen Anblicken doch schlucken. Neben der normalen Erschöpfung, die bei einem verwöhnten Großstadtmenschen nach einem ganzen Tag in der Natur eintritt, und einigen Blasen, die mich über das gesamte Geländepraktikum verfolt haben, war es jedoch fast nie wirklich gefährlich oder überfordert. Nur bei einem Aufschluss in einem Hang, welcher mehr als hundert Meter nach unten ging, mit Bäumen bewachsen und verdammt steil war, hatte ich mehr Angst als Respekt. Da war ich froh, als ich wieder weg war.
Dennoch habe ich gemerkt, dass diese Art von Arbeit im Gelände nicht das ist, was ich später machen will. Ich bin einfach nicht der Typ Mensch, der sich gerne durchs Gelände schlägt und immer die Gefahr im Rücken hat...zumindest nicht im steilen Gelände. Glücklicherweise habe ich als Geophysiker später andere Möglichkeiten.

Im nächsten Teil zeige ich euch ein paar Photos, welche ich im Harz gemacht habe.