November 01, 2008

Mein erstes Geländepraktikum

Ist der Großteil des Studiums doch eher theoretischer Natur, so sind es die außergewöhnlichen Momente, die in Erinnerung bleiben. Dazu zählen zweifelsohne Geländepraktika im Kontrast zu Vorlesungen, Übungen und Seminaren.
Im Rahmen des Moduls Erde I muss man an einem Geländepraktikum teilnehmen, welches die zuvor in der Vorlesung und den Übungen gelernten Sachverhalte am "lebenden" Objekt verdeutlicht. Dazu zählen neben den drei Gesteinsklassen auch Falten, Schieferung, Verwitterung, Ablagerungsräume, Erdgeschichte und und und...halt die ganzen grundlegenden Themen, die man am Anfang gelehrt bekommt.
Über dieses Geländepraktikum möchte ich in den nächsten Teilen genauer berichten.

Am Ende des ersten Semesters im März 2008 fuhr ich also mit drei Dozenten, einem Tutor und vielen Kommillitonen zum ersten Mal ins Gelände. Unser Weg führte uns in den Harz, welcher nicht nur für viele Touristen ein Ausflugsziel ist, sondern auch für die Berliner Geologen eine sehr gute und nahe Möglichkeit zum Studieren im Gelände bietet.
Während es für die Dozenten eher Routine ist mit den Studenten zu diversen Aufschlüssen zu fahren, war für mich schon alleine die Natur bemerkenswert, da ich zuvor recht wenig in Deutschland rumgekommen war und auch den Harz bisher nur von Bildern kannte. Mein Augenmerk lag zuvor eher auf der malerischen Bergwelt der Rocky Mountains. Umso erstaunter war ich über die, wenn auch kleineren und flacheren, Landschaften direkt vor unserer Haustür, die einem dem Alltagsstress in einer Großstadt wie Berlin entziehen.


Größere Kartenansicht

Ich konnte mir im Vorfeld kein richtiges Bild über die Art und Schwierigkeit der Aufschlüsse machen, ging jedoch von relativ einfachen Anfartswegen und Lokalitäten aus. Umso überraschter war ich dann, welche Hänge uns die Dozenten teils hoch-, runter- und entlanggescheucht haben. Da ich mit meinen knapp zwei Metern eine stattliche Erscheinung bin und nicht gerade wie eine Bergziege durchs Gelände hüpfen kann, musst ich vor einigen Anblicken doch schlucken. Neben der normalen Erschöpfung, die bei einem verwöhnten Großstadtmenschen nach einem ganzen Tag in der Natur eintritt, und einigen Blasen, die mich über das gesamte Geländepraktikum verfolt haben, war es jedoch fast nie wirklich gefährlich oder überfordert. Nur bei einem Aufschluss in einem Hang, welcher mehr als hundert Meter nach unten ging, mit Bäumen bewachsen und verdammt steil war, hatte ich mehr Angst als Respekt. Da war ich froh, als ich wieder weg war.
Dennoch habe ich gemerkt, dass diese Art von Arbeit im Gelände nicht das ist, was ich später machen will. Ich bin einfach nicht der Typ Mensch, der sich gerne durchs Gelände schlägt und immer die Gefahr im Rücken hat...zumindest nicht im steilen Gelände. Glücklicherweise habe ich als Geophysiker später andere Möglichkeiten.

Im nächsten Teil zeige ich euch ein paar Photos, welche ich im Harz gemacht habe.

2 comments:

Lost Geologist said...

Ich müsste dich bei deiner leichten Abneigung zur Aussenarbeit ja eigentlich im Dezember zum Kartieren mitnehmen in Matsch, Regen, Kälte und Schnee. ;-D

Maple Leaf said...

Meine Abneigung kommt genau aufgrund von solchen Gegebenheiten. Die gabs bei uns nämlich auch alle.